Twitter in der Wissenschaft: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger
Susanne Geu macht Wissenschaft sichtbar. Ihre Schwerpunkte sind Selbstmarketing für Wissenschaftler*innen, Social Media & Website-Texte.
Content, Content-Marketing, Hochschulmarketing, Wissenschaftsmarketing, Hochschule, Wissenschaft, Forschung, Marketing, Wissenschaftskommunikation, Strategie, Konzept, Konzeption, Kommunikation, Text, Texter, Texterin, Redakteur, Redakteurin, Autor, Autorin, Beratung, Kommunikationsberatung, Kommunikationsberater, Kommunikationsberaterin, Social Media, Online-Kommunikation, Workshop, Vortrag, Redaktion, Recruiting, Unternehmen, Blog, Blogger, Bloggerin, Blogging, Studierende, Studenten, Studentinnen, Absolventen, Hochschulabsolventen, Forschungsmarketing, Studierendenmarketing, Studiengangsmarketing, Bildung
16497
post-template-default,single,single-post,postid-16497,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-theme-ver-12.0.1,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.2,vc_responsive

Twitter in der Wissenschaft: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger

Twitter ist in der Wissenschaft das wichtigste soziale Netzwerk, um mit anderen Forscher*innen, Journalist*innen, potenziellen Drittmittelgeber*innen und der wissenschaftsbegeisterten Öffentlichkeit zu kommunizieren. Doch genau hier beginnt das Problem. Für viele Wissenschaftler*innen erschließt sich der Sinn von Twitter nicht. „Was soll ich in 140 Zeichen schreiben?“ und „Wie funktioniert Twitter überhaupt?“

Damit sich noch mehr Forscher*innen und Hochschulangehörige ermutigt fühlen, Twitter auszuprobieren und für ihr Selbstmarketing zu nutzen, habe ich für alle Twitter-Neulinge eine Schritt-für-Schritt-Anleitung geschrieben.

Der folgende 7-Punkte-Plan führt dich zu deinem ersten Tweet und darüber hinaus! Viel Spaß dabei!

Twitter-Anleitung: Der 7-Punkte-Plan für Forscher und Wissenschaftler

Schritt 1: Definiere das Ziel

Nimm dir ein Blatt Papier oder öffne eine Word-Datei auf deinem Computer. Der erste und wichtigste Schritt ist, dir die folgende Frage schriftlich zu beantworten: Warum möchte ich auf Twitter aktiv sein?

Welche persönlichen und beruflichen Ziele verfolgst du damit? Die Antwort auf diese Frage hat Einfluss darauf, wie du twitterst (Frequenz, Tonalität, Persönlichkeit) und was du twitterst (Thema, eigene Blogbeiträge, Forschungsergebnisse). Es macht einen Unterschied, ob du nur aus Spaß twittern oder deine Karriere voran bringen möchtest: Dein Ziel beeinflusst deine Vorgehensweise.

Bewahre die Antworten auf die Frage nach deinem Warum gut auf. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell wir manchmal ein Ziel aus den Augen verlieren. Wie gut, in solchen Momenten einen Blick auf die eigene Motivation zu werfen und weiter zu machen.

Schritt 2: Fokussiere dich auf ein Thema für eine Leserschaft

Leg im zweiten Schritt Thema und Zielgruppe deiner Twitteraktivitäten fest. Nimm ein Thema, das dir am Herzen liegt, in dem du dich gut auskennst oder in dem du dazu lernen möchtest. Achte darauf, dass es zu deiner Strategie und deinem Ziel passt. Wenn du bereits eigene Inhalte online veröffentlichst, kannst du darüber twittern.

Notiere zwei bis drei Themen, für die dein Twitterkanal stehen soll. Das können zum Beispiel „Nachhaltigkeit“, „Chemie“ und „Open Access“ oder „Kultur“ „Design“ und „Kommunikation“ sein. (In meinem Fall sind das „Social Media“, „Wissenschaftsmarketing“ und „Selbstmarketing“.)

Mach dir auch Gedanken über deine potenziellen Follower, also die Zielgruppe, die du mit deinen Tweets erreichen möchtest. Sind es andere Wissenschaftler*innen, die auf demselben Gebiet forschen? Journalist*innen und Presseverantwortliche? Oder potenzielle Arbeit- oder Auftraggeber*innen aus der Industrie?

Das funktioniert am besten, wenn du dir Kriterien zu deiner Zielgruppe überlegst. Wenn deine Zielgruppe hauptsächlich Unternehmen oder Institutionen sind, notiere dir:

  • Branche,
  • Unternehmensgröße,
  • Standort,
  • Ansprechpartner*innen und
  • mögliche Bedürfnisse.

Wenn du einzelne Personen erreichen möchtest, mach dir Gedanken zu:

  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Ausbildung,
  • Beruf,
  • Wohnort,
  • Lebenssituation,
  • persönlichen und beruflichen Interessen und
  • individuellen Bedürfnissen.

Geschafft? Sehr gut! Dann bist du bereit, dir einen Twitteraccount anzulegen.

Schritt 3: Erstelle einen Account

Nutze – wenn es dir möglich ist – in allen sozialen Netzwerken den gleichen Namen. Ich gehe davon aus, dass du Twitter aus beruflichen Gründen einsetzen möchtest. Daher empfehle ich dir, deinen richtigen Namen zu verwenden. So habe ich es mit meinem Twitterhandle @SusanneGeu auch gemacht.

Sollte die Kombination deines Vor- und Nachnamens bereits vergeben sein, probiere Alternativen: nur dein Nachname, verkürzter Vorname + Nachname, Nachname + Fachgebiet. Achte einfach darauf, dass dein Twittername (mehr oder weniger) seriös ist.

Bevor du dich bei Twitter nach bekannten Kolleg*innen oder Organisationen umschaust, solltest du dein Profil vollständig einrichten. Der Grund ist ganz einfach. Immer wenn du jemandem folgst, bekommt diese Person eine Benachrichtigung darüber. Findet die Person bei einem Gegenbesuch keine Informationen auf deinem Profil, hast du eine Chance vertan, dich zu vernetzen. Um das zu verhindern, optimiere dein Profil im nächsten Schritt.

Screenshot des Twitter-Profils von Susanne Geu

Schritt 4: Gib dir große Mühe, um dein Profil einzurichten

Du hast nur wenig Platz zur Verfügung, um ein aussagekräftiges Profil einzurichten. Richte es durch Fotos, Profilbeschreibung und Website-Link so persönlich wie möglich ein. Es sollte die Fragen beantworten: Wer bist du? Was machst du? Und welche Twitterinhalte können deine Follower von dir erwarten?

Deine Profilbeschreibung (auch Twitterbio genannt) sollte unbedingt die Themen enthalten, die du in Schritt 2 festgelegt hast. So wissen andere Twitteruser sofort, was sie bei dir erwartet. Außerdem können sie so schnell entscheiden, ob sie dir folgen möchten.

Zusätzlich verlinkst du auf deine Website oder die deiner Institution.

Dein Profilbild sollte dich zeigen. Schließlich möchte wir alle wissen, mit wem wir dort kommunizieren. Das schafft Vertrauen. Außerdem wirst du auf Veranstaltungen leicht wiedererkannt. Das Header-Foto lässt dir einen größeren kreativen Spielraum. Einige bringen dort ein weiteres Portraitbild unter, andere verpacken dort einen Claim oder zeigen einfach die Skyline eines besonderes Ortes.

Ergeben Foto, Profilbeschreibung und Link ein konsistentes Bild, das zu deinem Ziel passt? Perfekt! Dann weiter zu Schritt 5.

Schritt 5: Twittere das erste Mal

Deine Timeline (das ist der Stream auf deiner Profilseite, auf der alle deine Tweets stehen) ist noch leer. Damit dein Profil von Anfang an interessant für andere Twitteruser ist, solltest du vier bis fünf Tweets verfassen.

Du könntest in deinem ersten Tweet einfach hallo sagen und kurz beschreiben, worüber du in Zukunft twitterst. Anschließend kannst du zwei bis drei Artikel twittern, die du in deinem Themenbereich für relevant hältst. Darunter kann auch ein Artikel oder Blogbeitrag von dir selbst sein.

Jetzt ist dein Twitterprofil soweit hergestellt, dass andere Twitteruser wissen, mit wem sie es zu tun haben. Baue im nächsten Schritt dein Netzwerk auf!

Schritt 6: Folge guten Quellen und Expert*innen deiner Branche

Nutze das Suchfeld rechts oben auf der Twitterseite. Gib zum Beispiel den Begriff „Wissenschaftskommunikation“ ein. (Probier übrigens auch #wisskomm, das ist der verkürzte, aber sehr verbreitete Hashtag für Wissenschaftskommunikation.) Klicke dann „Personen“ an. Schon siehst du eine Liste mit Menschen, die in diesem Bereich aktiv sind.

Auf dem Blog Wissenswerkstatt gibt es darüber hinaus eine (etwas ältere) Liste mit twitternden Wissenschaftler*innen und Wissenschaftsjournalist*innen. Ein Großteil der Accounts dürfte noch aktiv und eventuell für dich interessant sein.

Schau dir die Accounts an, die dich interessieren und entscheide, ob sie zu dir passen. Wenn ja, klicke auf „Folgen“. Sobald du erst einmal ein paar Leuten folgst, werden dir von Twitter automatisch neue Personen vorgeschlagen, die ähnliche Interessen haben.

Screenshot der Twitter-Suche nach Personen in der Wissenschaftskommunikation

Schritt 7: Professionalisiere deine Twitteraktivitäten

Der Anfang ist gemacht – Super! Im letzten Schritt geht es darum, bei Twitter am Ball zu bleiben. Deshalb hier ein paar Tipps, wie du twittern in deinen Alltag integrieren kannst.

Routine

Überlege dir, wie viel Zeit du täglich in Twitter investieren und wie oft du etwas posten möchtest. Keine Sorge – zwei bis drei Tweets pro Tag reichen am Anfang völlig aus. Das Wichtigste ist, dass du dich regelmäßig zu Wort meldest. Wenn es den Anschein hat, als sei dein Profil tot, wird dir kaum jemand mehr folgen. Plane ca. 10 Minuten täglich für Twitter ein, um selbst auf dem Laufenden zu bleiben und mit anderen Usern zu interagieren. Deine Twitterinhalte kannst du mit dem folgenden Tipp im Voraus planen.

Vorausplanung mit Buffer

Mit der kostenlosen Version von Buffer kannst du bis zu 10 Tweets im Voraus planen. Sie werden dann zum geplanten Zeitpunkt automatisch veröffentlicht. Ich plane meine Tweets am Sonntag für die kommende Woche. So hast du einen Grundstock an Tweets, die du jeden Tag mit aktuellen Artikeln oder Hinweisen ergänzen kannst. Es spart enorm viel Zeit, das Grundrauschen des eigenen Twitterfeeds in einem Rutsch zu planen. Jeden Morgen erneut auf die Suche nach Inhalten zu gehen, bedeutet Stress.

Interaktion mit anderen Usern

Twitter ist dazu da, sich auszutauschen. Antworte auf Fragen anderer Twitter-User oder füge ein „via @username“ zu deinem Tweet hinzu, wenn du einen Artikel von diesem User teilst. Der erwähnte Account bekommt eine Benachrichtigung darüber. Die meisten bedanken sich dafür oder retweeten deinen Beitrag. Durch Interaktion baust du online Beziehungen auf und vergrößerst gleichzeitig deine Reichweite.

Wenn du die 7 Punkte Schritt für Schritt umsetzt, wirst du bald deine ersten Follower bekommen. Versprochen. Ich wünsche dir viel Erfolg – und vor allem viel Spaß dabei! Wenn dir die Anleitung gefallen hat, freue ich mich, wenn du sie in den sozialen Netzwerken teilst. 🙂

3 Comments
  • Viola
    Posted at 16:18h, 02 November Antworten

    Für Schritt 6 würde ich das Anlegen von Listen empfehlen, sowohl thematischer als auch „prioritärer“ Art. So kann man auch mit wenig täglicher Zeit gut den Überblick behalten.

    • Susanne
      Posted at 16:53h, 02 November Antworten

      Das ist ein sehr guter Tipp, Viola! Danke! Ich selbst arbeite noch nicht mit Listen. Aber je mehr Menschen man folgt, desto sinnvoller ist es. Auf jeden Fall ein gutes Stichwort, dass ich es selbst mal ausprobiere. 🙂

  • Augenspiegel 46-17: Bezahlpflicht für öffentliche Informationen? - Augenspiegel
    Posted at 14:15h, 17 November Antworten

    […] fangt einfach an zu kommunizieren! Wie das zum Beispiel auf Twitter gelingen kann, hat Susanne Geu in ihrem Blog […]

Post A Comment