Lohnt sich eine eigene Website für dich als Wissenschaftler?
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Lohnt sich eine eigene Website für dich als Wissenschaftler? – Diese 5 Gründe sprechen dafür

Januar 2016. Mein Job an der Uni ist vorbei und ich bin das erste Mal in meinem Leben offiziell arbeitslos. Ich fühle mich (be)frei(t) und möchte neue Wege gehen. Ich weiß, dass jetzt eine neue persönliche und berufliche Ära beginnt – und bin dennoch ziellos. Besuche bei der Arbeitsagentur, Jobbewerbungen, Vorstellungsgespräche, Frust über Absagen und endlose Gedanken: „Was kann ich?“ und „Wo will ich hin?“. Nach 28 Bewerbungen habe ich die Nase voll. Trotz Selbstzweifel entscheide ich mich, den Antrag auf Gründungszuschuss zu schreiben und mich selbstständig zu machen.

Weil es einen Job, so wie ich ihn mir erhoffe, nicht gibt, schaffe ich ihn mir selbst.

Denn ich weiß, ich möchte in der Wissenschaft bleiben. Um mit all dem, was ich im Wissenschaftsmarketing-Studium gelernt habe, andere Menschen in der Wissenschaft zu unterstützen.

Der Plan steht. Das Problem: niemand außerhalb meiner alten Hochschule kennt mich. Geschweige denn meine Dienstleistungen. Mir dämmert langsam: ich brauche dringend eine richtig gute Website. Auch wenn mich offline nicht viele kennen, könnte meine Online-Präsenz mir vielleicht helfen, beruflich Fuß zu fassen.

Mir war nur noch nicht klar, wie das genau funktioniert. Brauche ich wirklich eine WordPress-Seite? Muss ich bloggen? Wie werde ich über Google gefunden? Ist das nicht viel zu viel Arbeit?

Wenn es dir so wie mir geht, teile ich hier meine 5 Gründe mit dir, warum ich mich letztendlich für eine eigene Website entschieden habe. Und warum ich dir diesen Schritt empfehle, wenn du sichtbar sein und eigene Ziele erreichen möchtest.

Meine 5 wichtigsten Gründe für eine eigene Webpräsenz

Lohnt sich eine eigene Website als Forscher

1. Zeigen, wer man heute ist.

Digitales Zeitalter. Es gibt kaum jemanden, über den man nicht wenigstens ein paar Schnipsel im Internet findet. Ein alter Bericht in der Lokalzeitung, Foto und Textbeschreibung auf der Team-Seite des (ehemaligen) Arbeitgebers, das Xing-Profil oder der Link zu einem Interview von 2014. Während ich meine Schnipsel betrachtete, erkannte ich, dass niemand wusste, wer ich jetzt bin und wo ich hin will.

Dort gab es all diese losen Enden, die nicht zusammen kamen und kein gemeinsames Bild erschufen. Im Gegenteil – manche Infos waren so veraltet, dass ich innerlich fluchte, warum um Himmels willen sie immer noch auf der ersten Google-Seite zu finden waren. Sie zeigten ein früheres Ich, so wie es Familienalben tun.

Nostalgisch, ja. Die Wahrheit aber ist, niemand möchte in meinen alten Erinnerungen schwelgen, wenn er meinen Namen in die Suchmaschine eintippt.

Also beschloss ich, auf meiner Seite alle Infos zu bündeln, die die Fragen beantworten: „Wer bin ich?“, „Welchen Weg bin ich bis hierhin gegangen?“, „Was mache ich jetzt?“ und „Worin sehe ich meine Zukunft?“.

Der unglaubliche Vorteil daran ist, dass ich es den Menschen damit einfach mache, in kurzer Zeit wesentliche Dinge über mich zu erfahren. Ein Servicegedanke, der mir gefällt. Auch ich bin immer wieder dankbar dafür, wenn ich auf eine schön gestalteten Internetseite ruckzuck finde, was ich suche.

2. Sein eigener Chef(redakteur) sein.

An der Uni bestand ich immer darauf, selbst Redakteursrechte für die Website zu bekommen. Ich wäre unglücklich gewesen, hätte ich nur einer Studentischen Hilfskraft meinen Lebenslauf in die Hand drücken müssen. Nicht, dass ich kein Vertrauen in ihre oder seine Fähigkeiten gehabt hätte, mein Foto und meinen Werdegang online zu stellen. Im Gegenteil! Ich selbst habe als Studentische Mitarbeiterin viel Verantwortung übernommen. Mein Arbeitsgebiet entsprach zu großen Teilen bereits denen einer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin.

Doch ich wollte es selbst in der Hand haben – im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten, die ein zentral verwaltetes Content-Management-System wie Typo3 bot.

Aber ganz ehrlich, welche Hoheit haben wir über eine Website, die nicht uns gehört? Nach dem Ende meines Unijobs war auch mein Mitarbeiterprofil wieder verschwunden. Auf meiner persönlichen Webpage bestimme ich seit über 2 Jahren, welche Inhalte wie lange online sind. Und kann mich ganz selbstbestimmt auch beim Layout kreativ auslassen.

Übrigens, wenn ResearchGate, XING, LinkedIn, Twitter, Facebook und Instagram morgen ihre Seiten schließen, passiert das Gleiche – alle Inhalte verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Auf deiner eigenen Website aber bist du Chefredakeur*in, Webmaster*in und Geschäftsführer*in!

3. Keine Angst vor Technik haben.

Ich und Technik waren nie besonders gute Freunde. Ich konnte früher weder den Videorekorder programmieren noch das Betriebssystem auf meinem Computer neu installieren. Wie groß war damit die Chance, mir ein neues Hosting-Paket für meine Website zu suchen und im Backend von WordPress meine neue Seite zu gestalten?

Wie so oft im Leben wächst man mit seinen Herausforderungen. 2016 war das Jahr, in dem ich stundenlang Anleitungen und Demo-Videos schaute, die mir erklärten, wie ich ein Textelement oder ein Bild einbaue.

Ich googelte das Wort Plugin, weil ich nicht verstand, dass Plugins kleine „Zusatzprogramme“ sind, die extrem hilfreich sein können. Und fragte mich, warum allen Ernstes in der Blogosphäre immer wieder behauptet wird, mit WordPress könne jede*r spielend leicht Webseiten aufsetzen.

Die Wahrheit ist: Der Anfang ist schwer. Doch Durchbeißen lohnt sich! Ich bin inzwischen stolz auf meine neuen Fähigkeiten. Und du schaffst das auch! Es gibt so viel Hilfe da draußen im Netz. Oder du suchst dir von Anfang an einen WordPress-Profi, der deine Seite erstellt. Viele haben daraus ihr Business gemacht. Sie unterstützen dich gerne auf deinem Weg.

4. Den Blog als persönliches Sprachrohr nutzen.

Ich sehe deine erschrockenen Augen schon vor mir. Neben der Arbeit, die eine Website macht, auch noch bloggen? Das dachte ich auch. Aber wer schaut schon gerne regelmäßig auf einer Seite vorbei, auf der nichts Neues passiert?

Bloggen ist stark von der eigenen Motivation abhängig. Sieh es nicht als Zwang, sondern als Möglichkeit, genau über das zu schreiben, was dich bewegt. Nutze es als Sprachrohr für dich. Zeig, womit du dich beschäftigst und was dir gerade durch den Kopf geht. Denn es ist quasi ein Naturgesetz, dass du damit Menschen anziehst, die ähnlich ticken. Und auf neue Kontakte triffst, die du im Büro oder Labor nie getroffen hättest.

Entwickle deine persönliche Blog-Strategie

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5. Durch Suchmaschinenoptimierung als Experte sichtbar sein.

Das war für mich das allerwichtigste Argument. Selbst wenn niemand direkt meinen Namen googeln würde (weil er oder sie mich noch nicht kennt), könnte ich durch die richtigen Keywords zu bestimmten Themen im Netz auftauchen.

Suchmaschinenoptimierung ist gar nicht so schwer, wie es klingt. Überleg dir für jede einzelne Unterseite, für welchen Suchbegriff sie bei Google als Ergebnis auftauchen soll. Pack das Stichwort am besten in die Überschrift, in eine der Zwischenüberschriften, in den Titel des Bildes und in die URL.

Achte darüber hinaus auf eine gute Textlänge von ca. 800 Wörtern. Schreib kurze, verständliche Sätze, gliedere deinen Text in kleine Absätze und verwende Bilder und Zwischenüberschriften. Das Plugin Yoast zeigt dir anhand eines Ampelsystem, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Und es ermöglicht dir, dein Keyword zu definieren. Auch das Snippet (dieser kleine Vorschautext, den du bei der Google-Suche angezeigt bekommst) kannst du mit Yoast bearbeiten.

Wenn du diese Tipps umsetzt, hat deine Website sehr gute Chancen, gefunden zu werden. Denn mit jeder neuen Seite kannst du ein neues Keyword verknüpfen. Das ist übrigens einer der Gründe, warum Blogs so beliebt sind.

Leseempfehlung:

Fragst du dich, wie das Bloggen dir in deiner Wissenschaftskarriere helfen könnte? Dann ist dieser Artikel vielleicht eine Hilfe für dich: Bloggen für die Wissenschaftskarriere: Warum es sich lohnt. Ich zeige dir 5 Vorteile und gebe dir eine kleine Anleitung, wie du deinen Blog starten kannst.

Hast du bereit über eine eigene Website nachgedacht? Wenn ja, was hindert dich an der Umsetzung?

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