Wissenschaftskommunikation von Zuhause in der Coronakrise
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Wissenschaftskommunikation von Zuhause – Ohne Produktivitätshype in Kontakt bleiben

Letzte Woche fragte ich in meinem Newsletter, wie es meinen Abonnent*innen in dieser Krisenzeit wirklich geht. In den letzten Tagen ist mir klar geworden, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur Tipps brauchen, wie sie nun ihre Forschung online teilen können.

Sondern auch eine ehrliche Diskussion darüber, wie belastend es gerade ist, Wissenschaftler*in im Homeoffice zu sein, Kinder zu betreuen, den Haushalt zu schmeißen und die täglichen schlechten Nachrichten zu verdauen.

Und auch das Gefühl auszuhalten, dass die eigene Arbeit gerade kaum Gehör findet, wenn sie nichts mit Virologie zu tun hat.

Ich bekam auf meinen Newsletter hin eine E-Mail mit der Frage, wie Wissenschaftskommunikation von Zuhause funktionieren könnte. Wie man mit der eigenen Wissenschaftscommunity in Kontakt bleiben kann.

Aber das alles ohne den anderen mit der eigenen vermeintlichen Produktivität ein schlechtes Gewissen zu machen. Oder als wenig belastbar dazustehen. Weil man selbst noch gar keinen Arbeitsrhythmus am heimischen Küchentisch gefunden hat und froh ist, das Nötigste zu schaffen.

Wissenschaftskommunikation von Zuhause – Ein paar Ideen

Ich möchte in diesem Artikel ein paar Ideen mit dir teilen, wie Wissenschaftskommunikation von Zuhause in den nächsten Wochen aussehen kann. Und hoffe, dass dir der ein oder andere Tipp hilft.

Mach keinen kommunikativen Bogen um das C-Wort

Es ist eine Gratwanderung.

Ich habe in diesen Tagen selbst oft genug von den Nachrichten, die immer alle mit Corona zu tun haben. Es triggert meine Ängste. Ich möchte mich auch unabhängig davon über Inhalte informieren, die mich interessieren. Und gleichzeitig ziehen mich wissenschaftliche Analysen zum Virus, Zukunftsszenarien nach Corona und Tipps fürs Homeoffice in den Bann. Oder Online-Tutorials für digitales Arbeiten.

Der Elefant steht im Raum. Wir kommen nicht an ihm vorbei. Er betrifft uns.

Wenn uns etwas so sehr betrifft, interessiert es uns automatisch. Deshalb mein Rat: schau, welche Anknüpfungspunkte dein Wissenschaftsthema zu Corona hat. Oder welche persönlichen Gedanken dir als Wissenschaftler*in dazu durch den Kopf gehen. Und teile sie mit deiner Wissenschaftscommunnity.

Irgendeinen Anknüpfungspunkt gibt es immer. Angenommen du bist Schlafforscher*in. Dann könntest du darüber kommunizieren, wie sich Krisen wie diese auf den Schlaf des Menschen auswirken. Und am besten gleich Ideen mitliefern, was Menschen tun können, um trotz der belastenden Situation nachts wieder besser zu schlafen.

Oder du bist Kommunikationswissenschaftler*in. Du kannst darüber schreiben, bloggen oder podcasten, ob und wie die Coronakrise unser Kommunikationsverhalten verändert. Weil wir mehr über digitale Kanäle kommunizieren. Mehr Videochats nutzen. Uns häufiger ein „Bleib gesund“ wünschen.

Achte auf deine emotionalen Bedürfnisse und die deiner Zielgruppe

Es gibt immer wieder Momente am Tag, da ist einem nicht nach Kommunikation. Die eigenen Gefühle und Bedürfnisse hier bewusst wahrzunehmen, halte ich für wichtig.

Ich bin zum Beispiel morgens zuversichtlicher als abends. Daher fällt es mir vormittags leichter zu twittern oder mich an einen Blogartikel zu setzen.

Ignoriere solche Gemütszustände daher nicht. Natürlich ist es nicht immer möglich, gerade die beste emotionale Verfassung für Wissenschaftskommunikation von Zuhause zu nutzen. Weil Kinder in diesem Moment Aufmerksamkeit fordern oder gerade ein Videomeeting mit den Kolleg*innen ansteht.

Es geht erstmal nur um das Bewusstsein dafür. Überlege dir auch, welche Bedürfnisse die Menschen haben, mit denen du kommunizieren möchtest. Du könntest Inhalte erstellen, die sie beruhigen, informieren oder sogar ein bisschen zuversichtlicher machen.

Vermittle mit Wissenschaftskommunikation von Zuhause Stabilität

Viele von uns verspüren in diesen Tagen ein verstärktes Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität. Wir suchen Halt und Orientierung in verunsichernden Zeiten. Der tägliche NDR-Info-Podcast mit Christian Drosten erfüllt dieses Bedürfnis zum Beispiel. Der Podcast greift jeden Tag zur gleichen Uhrzeit die für den Tag relevanten Themen auf.

Meine Kollegin Jutta Wergen von Coachingzonen bietet über Zoom eine tägliche gemeinsame Mittagspause für Promovierende an. Und gemeinsame Online-Pomodoro-Einheiten (Infos über Twitter). Eine Art virtuelles Coworking, um nicht allein vor sich hinzuarbeiten.

Vielleicht hast du auch eine Idee für ein Format, das dich und deine Wissenschaftscommunity in einen regelmäßigen Austausch bringt.

Und damit meine ich nicht, jetzt einen Podcast ins Leben rufen zu müssen. Es reicht schon ein täglicher kurzer Twitter-Chat zu einem bestimmten Thema. Oder ein Wochenthema, zu dem du immer morgens um 10 Uhr drei Tweets verfasst.

Wenn dir die tägliche Interaktion zu viel ist, führe das Format einmal in der Woche durch. Oder montags und freitags. Wichtig ist, dass du die Zeit kommunizierst, einhältst und damit verbindlich bist.

Verbinde Wissenschaftskommunikation mit Persönlichkeit

Warum so tun als sei alles in bester Ordnung, wenn es das nicht ist? Ja klar, vor allem junge Wissenschaftler*innen stehen unter großem Konkurrenzdruck. Ich verstehe die Angst, jetzt zuzugeben, dass etwas nicht so läuft wie geplant.

Aber jetzt sind da draußen so viele, denen es ähnlich geht.

Wenn du über deine Forschung kommunizierst, erzähle auch, wie die jetzige Situation deine Arbeit als Wissenschaftler*in beeinflusst.

Wie es sich von Zuhause arbeitet. Wie du von der Arbeit abschaltest. Welche Ideen in den eigenen vier Wänden entstehen. Das macht dich nahbar und vertrauenswürdig. Und stärkt die Bindung zu deiner Zielgruppe.

Wenn du dich traust, überlege dir, Videos zu nutzen. Im aktuellen WISSEN3-Newsletter der ZEIT empfiehlt Hochschulberaterin Dr. Ute Symanski den Hochschulpräsident*innen Videobotschaften aufzunehmen. Für die Mitarbeitenden der Hochschule. Gegen die Isolation und um die Verbindung zur Hochschule zu stärken.

Dieser Weg ist aber nicht allein Uni-Präsident*innen vorbehalten. Videos können wie kein anderes Medium deine Persönlichkeit transportieren. Authentizität ist in diesem Moment wichtiger als der perfekte Hintergrund oder Studiobeleuchtung.

Nutze Online-Tools, um in Kontakt zu bleiben

Wissenschaftskommunikation von Zuhause funktioniert nach innen und nach außen. Verschiedene Online-Tools können dir dabei helfen. 

Wenn du mit deinen Kolleg*innen über neue Ergebnisse oder Experimente sprechen möchtest, lade sie zu einem Zoom-Meeting ein. Oder sprecht vorher ab, dass ihr alle ein Paper lest, das ihr den anderen dann im Videochat vorstellt.

Für kurze schnelle Fragen könnt ihr auch einen WhatsApp-Gruppenchat eröffnen. Oder ihr arbeitet über Google Drive an einem gemeinsam Ideen-Papier, in das jede*r zu jeder Zeit Notizen einfügen kann.

Jetzt ist auch eine gute Gelegenheit, Kontakt zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufzubauen, die sonst schwer zu erreichen sind. Am einfachsten gelingt das über Twitter. Die 7 Tipps für wissenschaftliches Networking auf Twitter können dir dabei helfen.

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