Hochschulbarcamp: Social Media Trends in der Hochschulkommunikation
Mit professionellen Texten und kreativen Konzepten unterstützt Susanne Geu Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Stiftungen, Vereine und Unternehmen.
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Hochschulbarcamp- Soziale Medien im Hochschulkontext

Hochschulbarcamp: Soziale Medien im Hochschulkontext

Wie kommunizierst du mit deinen Studierenden und mit welchem Ziel? Das waren die beiden Grundfragen, die so oder so ähnlich in jeder Session des diesjährigen Hochschulbarcamps mitschwangen. Am 15. und 16. Februar trafen sich Social Media-Manager und Kommunikationsverantwortliche aus Hochschulen, Marketingfachleute, Blogger und Unternehmensvertreter an der FOM Hochschule in Essen, um über neue Social Media Trends und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in der Hochschule zu diskutieren.

Kreativer Austausch auf Augenhöhe

Barcamps sind eine sehr gute Möglichkeit, sich auf Augenhöhe auszutauschen. Alle Teilnehmer sind zugleich Experten und bestimmen das Programm selbst. Jeder ist eingeladen, eine Session vorzuschlagen, per Handzeichen wird darüber abgestimmt, ob es das Thema auf das Sessionboard schafft. Egal ob Vortrag, Workshop, Diskussion oder Fragerunde, jedes Format ist willkommen. Partizipation ist dabei das oberste Gebot. Wer selbst nicht vorträgt, soll sich aktiv beteiligen.

Zielgruppe und Ziel müssen klar sein

Diese Regeln galten auch beim 3. Hochschulbarcamp, das erneut von Holger Gottesmann und Philip Dunkhase organisiert wurde. Für mich waren beide Tage sehr spannend, so dass ich einige Learnings mit nach Hause nehmen konnte. Im Folgenden teile ich nicht nur meinen Rückblick. Ich versuche auch aufzuzeigen, warum die Frage nach der Zielgruppe und dem, was man eigentlich damit erreichen möchte, immer sinnvoll ist, bevor der eine oder andere Social Media Kanal zum Einsatz kommt.

Die heiß diskutiertesten Themen waren meiner Wahrnehmung nach Instagram Stories, 360°-Videos, Livestream, Snapchat, Whatsapp in der Hochschulkommunikation und Influencer Marketing.

Hochschulbarcamp #hscamp17

Influencer Marketing erreicht Hochschulen

Das Thema Influencer Marketing kommt langsam auch in den Hochschulen an. Luisa Todisco bloggt auf StudierenPlus über die Themen Studienfinanzierung und Studieren mit Kind und gab in ihrer Session Tipps, wie die Zusammenarbeit von Bloggern und Hochschulen gelingen kann.

Ich möchte persönlich angeschrieben werden und das Gefühl haben, dass sich der Absender vorher mit mir als Person und meinem Blog auseinandergesetzt hat. Schön wäre, wenn es einen Grund gibt, warum jemand gerade mit mir zusammenarbeiten möchte und wenn die Agentur oder Hochschule bereits eine konkrete Idee mitbringt.

Viele YouTuber machen irgendwann einmal ein Video darüber, was sie studiert haben. „Hier könnten Hochschulen einhaken“, sagt Luisa. Oder die Hochschulen recherchieren, wer von den eigenen Studierenden Blogger ist und wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Je authentischer Blogger und Hochschule zusammenpassen, desto besser für die Kampagne. Diskutiert wurde auch über die vom Wissenschaftsministerium initiierte Kampagne #wasgehtthueringen, für die sechs YouTuber je eine Hochschule in Thüringen besuchten und in ihren Videos vorstellten.

Luisa Todisco StudierenPlus

Trends 2017: 360°, Videos und Livestream

Christian Müller von Kreative Kommunikationskonzepte stellte in seiner Session 360°-Aufnahmen, Videos und Livestream als Trends für 2017 heraus. Bevor jedoch der Auslöse-Button gedrückt wird, sollte die Frage geklärt sein: Wozu das Ganze? Mit 360°-Videos können Locations gut präsentiert werden, 360°-Fotos lassen sich zu einem Rundgang durch das Uni-Gebäude zusammensetzen.

Wird Instagram Live gestartet, erhalten alle Kontakte eine Push-Nachricht aufs Handy. Die Live-Übertragung eignet sich für einen Blick hinter die Kulissen. Eine Aufzeichnung gibt es später nicht. „Ein gutes Experimentierfeld“, sagt Christian, der auf seinem Blog sozial-pr weitere gute Tipps zur digitalen Kommunikation gibt. Wer Journalisten erreichen möchte, ist auf Twitter mit einem Periscope-Video gut aufgehoben. Weil es die App erlaubt, die Kamera zu wechseln und Elemente neu zu arrangieren, eignet sie sich hervorragend für kurze Interviews.

Zwei Dinge sind für ein gutes Video immer unverzichtbar: jemand, der sich vor der Kamera wohl fühlt und eine klare Botschaft, die in den ersten Sekunden rüberkommen muss.

Wilde Assoziationen fördern Kreativität

Matthias Oschwald von der Sporthochschule Köln fragte in seiner Session, was Hochschulen eigentlich mit Bananen zu tun haben. Auflösung: Die eigene Gedankenroutine zu verlassen und nach neuen Lösungen zu suchen, gelingt durch laterales Denken. Ein Problem mit einem zufälligen Begriff zu verbinden und den Assoziationen freien Lauf lassen, kann neue Sichtweisen öffnen und innovative Strategien hervorbringen. Das ist eine gute Methode, wenn mal wieder ein kreativer Social Media Post für ein langweiliges Thema gefragt ist.

Vier große Herausforderungen für Hochschulen

Zur Frage wie Studierende ins Studierendenmarketing eingebunden werden können und wie die Zukunft der Kommunikation insgesamt aussieht, diskutierte Christian Müller in seiner zweiten Session am ersten Barcamptag. Hochschulen müssen im Rahmen ihrer Kommunikation auf mindestens vier große Herausforderungen reagieren:

1. Für die nächsten fünf bis zehn Jahre ist das Handy die Zielplattform Nummer eins. 50 Prozent der Zugriffe erfolgen schon jetzt mobil, in jüngeren Zielgruppen noch mehr.

2. Junge Zielgruppen verlagern ihre Kommunikation in „geschlossene Räume“: Instagram Direktnachrichten, Whatsapp, Snapchat und geschlossene Facebookgruppen. Zutritt für Hochschulen schwierig bis unmöglich.

3. Google tritt als Suchmaschine in den Hintergrund. YouTube, bing und Bewertungsportale werden genutzt, um eine Antwort auf die Frage „Was soll ich studieren?“ zu finden.

4. Homeassistenten und die Suche per Sprachsteuerung werden alltäglich. Studieninteressierte geben bei Google nicht mehr „Studiengang BWL Empfehlung“ ein, sondern bitten Siri oder Alexa: „Zeig mir die besten Studiengänge in BWL!“

Wenn Hochschulen mitbekommen wollen, welche Themen in geschlossenen Räumen diskutiert werden, brauchen Sie Studierende als Botschafter. Eine gute Beziehung ist dafür Voraussetzung. Beziehungspflege und Serviceorientierung gelingen zum Beispiel über Snapchat. Hochschulen können die App als Kommunikationskanal nutzen und signalisieren, dass sie ansprechbar sind. Besteht ein gutes Vertrauensverhältnis, kann die Hochschule bei Instagram aktive Studierende bitten, die Instagram Story des Hochschul-Accounts zu befüllen.

Christian Müller sozial-pr

2. Tag, gleiches Thema: Was interessiert die Zielgruppe?

Auch der zweite Tag des Barcamps war randvoll mit interessanten Sessions. Gerhard Schröder von Kreative Kommunikationskonzepte und Benjamin Gottstein, Social Media Manager der FH Dortmund, gingen noch einmal ausführlich auf das Thema Livestream ein. Neben Soft- und Hardwareempfehlungen war die Botschaft vor allem:

Überlegt euch, welches Format eure Zielgruppe interessiert. Der Livestream zur Amtseinführung des Rektors ist für Studierende langweilig. Wenn der Uni-Präsident für einen Tag Instagram Stories übernimmt, kann das durch die Decke gehen.

Rankings von Morgen nutzen echte Daten

Der Vortrag von Philip Dunkhase beschäftigte sich mit der Mediennutzung von Studierenden und der Frage, wo man Studierende tatsächlich erreicht. Eine von vielen spannenden Erkenntnissen: nur für 14 Prozent der Studierenden war das gute Abschneiden bei Hochschulrankings für die Studienwahl entscheidend. Klassische Hochschulrankings werden an Bedeutung verlieren. Die Hochschulrankings von Morgen nutzen echte Daten. So wie das LinkedIn Hochschulranking, das auf den beruflichen Erfolgen von Absolventen basiert und damit Auskunft darüber geben kann, welche Hochschulen ihre Studierenden am besten auf interessante Laufbahnen vorbereitet.

Whatsapp in der Hochschulkommunikation

Wie Whatsapp abgesehen von Studienberatung noch in der Hochschulkommunikation genutzt werden kann, erklärte Benjamin Gottstein in der letzten Session des Tages. Eine gute Möglichkeit: Whatsapp als Servicekanal nutzen. Studierende, Verwaltungsmitarbeiter und Wissenschaftler werden bereits mit der Registrierung in Gruppen selektiert und erhalten nur die Informationen, die für sie relevant sind. Denn auch hier gilt: die Inhalte müssen zur Zielgruppe passen. Die Erinnerung zur Rückmeldung für die Studierenden, der Termin zur Personalvollversammlung an die Mitarbeiter.

Fazit: Empfehlenswert!

Das Hochschulbarcamp war eine tolle Veranstaltung, die ich allen, die an der Schnittstelle von Hochschule, Wissenschaft und Social Media arbeiten, sehr empfehlen kann. Herzlichen Dank an das Organisationsteam! Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.

4 Comments
  • Luisa
    Posted at 14:10h, 21 Februar Antworten

    Schöne Zusammenfassung 🙂 Ich hab immernoch nicht alles verdaut, aber es waren zwei wirklich aufschlussreiche Tage!

    Ich hoffe, nächstes Jahre eine Session von dir zu sehen 😉

    LG Luisa

    • Susanne
      Posted at 15:16h, 21 Februar Antworten

      Hallo Luisa, vielen Dank! Ja, eine Session beim #hscamp18 steht auf jeden Fall auf meiner Liste. Hoffe, du bist dann auch wieder dabei.

  • Andreas
    Posted at 13:45h, 23 Februar Antworten

    Danke fuer die Zusammenfassung, konnte leider wegen „Männergrippe“ nicht dabei sein. Was mich wundert; das bin so in den Vordergrund rückt, kann ich mir so garnicht vorstellen… Hast Du da vielleicht noch ein paar Ausführungen…. LG AK

    • Susanne
      Posted at 15:26h, 23 Februar Antworten

      Hallo Andreas, ich hoffe, du bist inzwischen wieder gesund. Ob bing stark in den Vordergrund rückt, weiß ich nicht. Aber ich habe mitgenommen, dass man neben Google auch andere Suchmaschinen auf dem Schirm haben sollte. Das hat unterschiedliche Gründe. Weltweit gesehen ist bing wohl nicht zu vernachlässigen und wenn es um internationale Studienbewerber geht, die einen Studienplatz in Deutschland suchen, spielt das eine Rolle. Zum anderen erzählte Christian Müller in seiner Session, dass Siri bing als Suchmaschine nutzt. Wenn Jugendliche sich Informationen vermehrt per Sprachsuche zukommen lassen, führt das wohl auch dazu, dass die Bedeutung von bing zunimmt. Ist auf jeden Fall eine spannende Entwicklung.

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